Rasseportait - Glatthaar u. Drahthaar Foxterrier

Drahthaar Foxterrier Jeff
 
Seite bookmarken

1. Rassegeschichte

Der Foxterrier wird erstmals in alten Aufzeichnungen aus dem 14. Jahrhundert erwähnt. Wie fast alle Terrierarten stammt er aus Großbritannien.
Der Name leitet sich von "fox"(engl.) = Fuchs und "terra"(lat.) = Erde ab.
Neben den Meutehunden wurde für die Fuchs- und Dachsjagd ein kleiner, mutiger Hund benötigt, der die Jagdbeute aus dem Bau treiben sollte. Während der Treibjagd wurde er in den Satteltaschen mitgeführt. Wenn die Beagles oder Foxhounds den Fuchs oder Dachs unter die Erde getrieben hatten, wurde der Foxterrier in den Bau geschickt, um die Beute herauszutreiben oder unter der Erde zu töten.
In den Anfangszeiten der Rasse wurde auf ein einheitliches Erscheinungsbild nicht allzuviel Wert gelegt; nur wurden Tiere mit Weißanteilen im Fell bevorzugt, da man sie so nicht so leicht mit den Beutetiern verwechselte.
Um einen Hund mit einem wasserfesten Fell, das auch vor Gestrüpp und Dornen schützte, zu erhalten, wurde der inzwischen ausgestorbene Wire-Haired-Terrier eingekreuzt. So enstand die drahthaarige Varietät des Foxterriers.
1870 wurden in England die Draht- und die Glatthaarigen Foxterrier erstmals als jeweils eigenständige Rasse anerkannt.
Noch war der glatthaarige Terrier wesentlich beliebter als sein rauhhaariger Vetter.

1876 wurde in England der Fox Terrier Club als einer der ersten Rassehundeclubs überhaupt gegründet.
1877 fand in England die erste Foxterrier-Show statt, an der 220 Hunde teilnahmen.

In Deutschland wurde der erste Foxterrier-Club 1889 gegründet, weitere folgten. Seit 1909 sind alle Clubs im Deutschen Foxterrier Verband e. V. (DFV) zusammengeschlossen.

In den zwanziger und dreißiger Jahren trat der drahthaarige Foxterrier seinen Siegeszug um die Welt an. Während die Wurfzahlen des glatthaarigen Foxls immer mehr zurückgingen, war sein drahthaariger Vetter außerordentlich beliebt.
Drahthaar-Foxterrier spielten in Filmen mit, wie zum Beispiel der Foxl Asta in "Der dünne Mann", sie wurden Comic-Stars (Tim und Struppi) und fanden als Models für Werbung und Modefotografie Verwendung.
Leider tat diese Popularität der Rasse nicht gut. Auf einmal sollte aus dem schneidigen Naturburschen ein feiner Damenbegleithund werden. Durch die starke Nachfrage wurde Massenzucht betrieben, die viele übernervöse und krankheitsanfällige Tiere hervorbrachte.•

Heute hat sich die Rasse einigermaßen von ihrem Modehunddasein erholt.

2. Wesen

Der Foxterrier ist ein lebhafter, neugieriger und aufgeweckter Hund und somit ein typischer Vertreter der Gattung Terrier.
Ein Foxterrier benötigt viel Bewegung, einerseits in Form von Spaziergängen, aber auch im Spiel mit Artgenossen und mit seinen Menschen. Wer sich einen Foxterrier anschafft, sollte sich darüber im Klaren sein, daß er die nächsten 13- 15 Jahre sehr viel Zeit mit Bällchen-Werfen zubringen wird.
Ein Foxterrier liebt jede Art von Action, er ist ein wunderbarer Spielgefährte für Kinder und verträgt auch manchen Knuff.
Aber er ist auch ein verschmuster Hund, der nach einem actionreichen Tag gerne mit seinem Menschen kuschelt und sich knuddeln und kraulen läßt.
Auch wenn der Foxterrier ein kleiner Hund ist, so benötigt er doch eine liebevolle und konsequente Erziehung. Unötige Härte und Lieblosigkeit machen einen Foxl stur und dickköpfig. Aber mit entsprechender Motivation und ernstgemeintem Lob läßt sich ein Foxterrier hervorragend zu einem angenehmen Begleithund und geschätztem Familienmitglied erziehen.

Foxterrier verfügen über einen ausgeprägten Spieltrieb, der bei entsprechender Förderung bis ins hohe Alter erhalten bleibt. Sie entwickeln beim Spiel eine ausgesprochene Kreativität, und bringen so ihre Menschen immer wieder zum Lachen.

Damit ein Foxterrier nicht zum Raufer wird, benötigt er von Welpenbeinen an eine gute Sozialisierung mit Artgenossen. Foxls neigen zur Selbstüberschätzung, und ein nicht sozialisierter Foxterrier wird aller Wahrscheinlichkeit nach keiner Rauferei aus dem Wege gehen. Gut sozialisiert sind sie jedoch hervorragende Spielgefährten für andere Hunde, die auch in der Lage sind, sich auf das jeweilige Spielverhalten des Partners einzustellen.

Foxterrier lernen bei entsprechender Motivation schnell, sie sind in der Lage, diverse Kunststückchen auszuführen, eignen sich aber auch hervorragend für den Agility-Sport oder für eine Rettungshundeausbildung.

Nicht unterschätzen sollte man jedoch den dem Foxterrier angeborenen Jagdtrieb und seine Buddelleidenschaft. Durch Apportierspiele läßt sich der Jagdtrieb in geregelte Bahnen lenken, aber es sollte in der Erziehung darauf geachtet werden, daß sich der Hund jederzeit abrufen läßt.
Das Buddeln wird man einem Foxl nicht gänzlich abgewöhnen können.

Der Foxterrier ist kein bequem zu haltender Hund, sondern er fordert seine Menschen jeden Tag auf Neue, liebt die Abwechslung und braucht viel Beschäftigung.
Wer aber bereit ist, ihm viel Aufmerksamkeit zu geben, wird mit einem liebevollen und einfallsreichen Familienhund belohnt, der seine Menschen immer wieder zum Lachen bringt und mit dem es nie langweilig wird.

3. Rassestandard

Allgemeines Erscheinungsbild Aktiv und lebhaft. Vereint in kleinerem Rahmen Knochenstärke und Kraft. Nie schwerfällig oder grob. Vollkommen ausgewogen in der Gestalt, dies gilt insbesondere für das ausgeglichene Verhältnis von Schädel und Vorgesicht; ebenso sollten Schulterhöhe und die Körperlänge von den Schulterspitzen bis zu den Sitzbeinhöckern annähernd gleich groß erscheinen. lm Stand wie ein Jagdpferd mit kurzem Rücken viel Boden deckend.

Charakteristika
Lebhaft, schnell in der Bewegung, mit durchdringendem Ausdruck, voll gespannter Erwartung bei der geringsten Herausforderung.

Wesen

freundlich, aufgeschlossen und furchtlos. Kopf und Schädel
Die obere Linie des Schädels ist nahezu flach, leicht abfallend und in Richtung der Augen allmählich schmaler werdend. Nur wenig Unterschied in der Länge von Schädel und Vorgesicht. Ist das Vorgesicht deutlich kürzer, wirkt der Kopf schwach und unfertig. Das Vorgesicht verjüngt sich allmählich von den Augen zum Fang hin und zeigt eine leichte Vertiefung am Übergang zum Schädel, jedoch nicht derart, daß das Vorgesicht unterhalb der Augen eingefallen oder ausgehöhlt wirkt. Dort soll das Vorgesicht gut geformt und ausgefüllt sein. Eine übermäßige Ausprägung der Kieferknochen oder -muskulatur ist unerwünscht und unansehnlich. Volle und runde Wangenkonturen unerwünscht. Die Nase ist schwarz.


Augen

Die Augen sind dunkel, voll Feuer und lntelligenz, mäßig klein, nicht vorstehend und so rund wie möglich. Nicht zu weit auseinanderliegend, dabei weder zu hoch auf dem Schädel noch zu dicht bei den Ohren angeordnet. Ein helles Auge ist höchst unerwünscht.


Ohren

Die Ohren sind klein, V-förmig, Ohrleder mäßig dick. Sie fallen mit einer ordentlichen Falte nach vorne dicht an die Wangen. Die obere Kante des gefalteten Ohres liegt gut oberhalb der Schädellinie. Steh-, Tulpen- oder Rosenohren sind höchst unerwünscht.


Gebiß und Fang

Kräftige Kiefer mit einem perfekten, regelmäßigen und vollständigen Scherengebiß, wobei die obere Schneidezahnreihe ohne Zwischenraum üher die untere greift und die Zähne senkrecht im Kiefer stehen.


Hals

Der Hals ist trocken und muskulös, von guter Länge, ohne Wamme, sich zur Schulter hin verbreiternd. Von der Seite betrachtet, zeigt er einen anmutigen Bogen.


Vorhand

Von vorne betrachtet, fallen die Schulterblätter vom Halsansatz an gerade zum fein ausgebildeten Schultergelenk nach unten. Von der Seite gesehen lang, gut zurückliegend und schräg. Widerrist ist immer wohlgeformt. Die Brust ist tief, nicht breit. Die Läufe müssen, von allen Seiten betrachtet, gerade und starkknochig bis hinunter zu den Pfoten sein. Die Ellenbogen stehen lotrecht zum Körper, in der Bewegung frei und geradeaus an dessen Seiten arbeitend.


Gebäude

Der Rücken ist kurz, gerade und kräftig, ohne Schlaffheit. Muskulöse, sehr leicht gewölbte Lendenpartie. Tiefe Brust, vordere Rippen mäßig gewölbt, hintere Rippen gut zurückreichend und gut gewölbt. Sehr geschlossen, kurze Lendenpartie.


Hinterhand

Die Hinterhand ist kräftig und muskulös, ohne ein Anzeichen von Schlaffheit oder Schwäche. Die Oberschenkel sind lang und kraftvoll. Die Kniegelenke sind gut gewinkelt, weder ein- noch ausdrehend. Die Sprunggelenke sind tief stehend, aufrecht und parallel bei der Betrachtung von hinten. Eine Kombination von kurzem Unterschenkel und geradem Kniegelenk ist höchst unerwünscht.


Pfoten

Die Pfoten sind rund, kompakt, mit kleinen, strapazierfähigen und gut gepolsterten Ballen. Die Zehen sind mäßig aufgeknöchelt. Die Pfoten sind weder nach innen noch nach außen gedreht.


Rute

Die Rute ist ziemlich hoch angesetzt, aufrecht, wird jedoch nicht über den Rücken gezogen oder geringelt getragen. Sie ist von guter Stärke und angemessener Länge.


Gangart / Bewegung

Vorder- und Hinterläufe werden gerade und parallel zueinander in Bewegungsrichtung bewegt. Die Ellenbogen bewegen sich ungehindert und parallel an den Körperseiten. Die Kniegelenke werden weder ein- noch ausgedreht. Die geschmeidige Hinterhand entwickelt viel Schub.


Haarkleid

Das Haarkleid ist dicht, von sehr drahtige Textur, Länge etwa 2 cm an den Schultern bis etwa 4 cm am Widerrist, am Rücken, an den Rippen und an Vor- und Hinterhand und mit Unterwolle, die aus kurzem weichem Haar besteht. Das Haar auf dem Rücken und an Vor- und Hinterhand ist härter als das Haar an den Seiten. Das Haar an den Kiefern ist kraus und von ausreichender Länge, um dem Vorgesicht den Ausdruck von Kraft zu verleihen. Das Haar an den Läufen ist dicht und kraus.


Farbe

Die Farbe ist vorherrschend weiß mit lohfarbenen oder schwarzen Abzeichen. Gestromte, rote oder leberbraune Abzeichen sind höchst unerwünscht.


Größe und Gewicht

Widerristhöhe für Rüden nicht mehr als 39 cm, Hündinnen etwas kleiner. Idealgewicht in Ausstellungs-Kondition für Rüden 8,25 kg, etwas weniger für Hündinnen.


Fehler und Anmerkung

Jede Abweichung von den vorgenannten Punkten sollte als Fehler angesehen werden, dessen Bewertung im genauen Verhältnis zum Grad der Abweichung stehen sollte.
Rüden sollten zwei offensichtlich normal entwickelte Hoden aufweisen, die sich vollständig im Skrotum befinden.

Quelle: fox-terrier.de

 

Mit freundlicher Unterstützung der Reise u. Unterkunftsvermittlung IRUV

Foxl-Fanshop

© Copyright 2004-, Herbert Fischer, alle Rechte vorbehalten.